Meditation in Münster

Tipps zum Meditieren. Achtsamkeit und Loslassen im Augenblick.

Meditieren lernen: © Claudia Gehricke

Meditieren lernen kann jeder. Meditation ist die Ausrichtung des Geistes auf eine einzige Sache. Gedanken, Wahrnehmungen und Gefühle kommen zur Ruhe. Stille und Entspannung stellen sich ein. Der beste Zeitpunkt mit dem Meditieren zu beginnen ist - jetzt!

Die positiven Wirkungen der Meditation wurden vielfach in wissenschaftlichen Studien untersucht und nachgewiesen.

 

Zuvor einige Yoga-Übungen, sanfte Dehnungen und achtsames Atmen erleichtern das Sitzen. Eine bequeme Haltung einnehmen, die Wirbelsäule aufrichten, und schon beginnt die Meditation.

 

Positive Wirkungen der Meditation

Im Zustand der Meditation kommen alle geistigen Aktivitäten zur Ruhe. Gedanken und Gefühle, oftmals Geschehnisse aus Vergangenheit und Zukunft, in die wir uns im Alltagsleben verstricken, verlieren an Bedeutung und treten in den Hintergrund. Unser Geist findet zur Ruhe im Hier und Jetzt. Wir finden eine gesunde Distanz zu Dingen, die uns allzu sehr beschäftigen, die Stress auslösen und belasten.

 

Das Zur-Ruhe-Kommen der geistigen Aktivitäten in der Meditation hat auch vielfältige, wissenschaftlich nachgewiesene, positive Wirkungen auf unsere Körperfunktionen und das Nervensystem:

 

  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Stressreduktion
  • Verbesserung der Konzentration
  • körperliche Entspannung bei gleichzeitiger geistiger Wachheit
  • Puls und Blutdruck sinken
  • Stresshormone werden abgebaut
  • Stärkung des Immunsystems
  • muskuläre Verspannungen lösen sich
  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte
  • Reduziertes Schmerzempfinden

 

Auf geistiger Ebene findet ein Prozess des Sich-Erkennens, von Bewusstheit und Sich-Annehmens statt. Wir lernen uns so zu akzeptieren wie wir sind, mit all unseren Stärken, aber auch mit unseren Schwächen.

 

Wenn uns eine Eigenschaft an uns auffällt, die wir ablehnen, dann versuchen wir diese Ablehnung in der Meditation loszulassen und stattdessen die Position eines neutralen Beobachters einzunehmen. Das, was sich in der Meditation zeigt, ist weder gut noch schlecht.

 

Mit der Zeit übertragen wir diese neutrale Haltung zu unseren Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen auch auf unser sonstiges Leben und lösen uns von einer Haltung der ständigen Bewertung und Beurteilung. So lernen wir die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind und erleben ein Gefühl der geistigen Freiheit.

 

All das braucht natürlich Zeit und kontinuierliche Übung. Meditation ist ein Übungsweg. Yoga-Übungen wirken auf diesem Weg als hinführende Brücke. Bei regelmäßiger Praxis von Yoga und Meditation stellen sich bald Erfolge ein und die Motivation wird beständig.

 

Welche Meditationsobjekte eignen sich?

Genau genommen gibt so viele unterschiedliche Meditations“techniken“ wie es Menschen gibt. Das Meditationsobjekt, also die eine Sache auf die der Geist ausgerichtet wird, kann der Atem sein, ein Klang, ein Wort, eine Kerze, der ganze Körper oder auch eine Visualisierung, wie zum Beispiel Licht oder eine Lotusblüte im Herzen. Auch gibt es Meditationsformen, um insbesondere Mitgefühl und soziales Miteinander zu kultivieren.

 

Welches Meditationsobjekt gewählt wird ist, nicht entscheidend, nur dass man selbst dazu eine Beziehung herstellen kann und sich dabei wohlfühlt. Manchmal ist vielleicht eine zu große Unruhe im Innern, dann ist es gut zuvor etwas Aktives zu machen zum Beispiel einige Yoga-Übungen, einfach Spazierengehen oder auch Laufen.

 

Wie lerne ich meditieren?

In den Meditations-Workshops und Meditations-Kursen der Yogaschule Claudia Gehricke wird die klassische Achtsamkeits-Meditation im Sitzen praktiziert. Als sogenanntes Meditationsobjekt dient der Atem, weil der Atem ganz unmittelbar erfahrbar ist und uns immer und überall zur Verfügung steht.

 

Es hat also ganz praktische Gründe den Atem als Meditationsobjekt zu nutzen. Es ist gut den eigenen Atem, die eigenen Atemgewohnheiten und Muster kennenzulernen, denn der Atem steht in einem ganz engen Zusammenhang zu unserer geistigen und emotionalen Verfassung.

 

Wenn wir zum Beispiel aufgeregt sind, ist der Atem flach und schnell. Dann ist es gut kurz innezuhalten und erst einmal tief auszuatmen. Die Betonung der Ausatmung hat eine beruhigende Wirkung, der Atem verlangsamt sich wieder.

 

Ein weiterer Grund, warum der Atem im Mittelpunkt dieses Kurses steht, ist die Vertiefung einer Beziehung zu unserem Körper. Dadurch ist es möglich Verspannungen zu spüren, zu akzeptieren und mit der Zeit zu lernen sie aufzulösen. Wenn wir zum Beispiel in unserem Leben oft die Schultern beugen oder nach oben ziehen oder die Zähne zusammenbeißen, weil wir angespannt oder unsicher sind, so wird sich diese Anspannung früher oder später unangenehm bemerkbar machen. In der Meditation lernen wir uns aufzurichten und diese Spannungen zu lösen.

 

Es gibt keine schlechte Meditation!

Jeder Moment in welchem wir uns hinsetzen, dabei dem gegenwärtigen Augenblick Raum geben und dem Atem lauschen, führt uns mit Achtsamkeit zu innerem Glück und Erfüllung -  unabhängig davon wie unruhig es zwischenzeitlich im Kopf zugehen mag. Es ist wichtig einfach weiterzumachen. Die anfängliche Mühe verschwindet nach und nach, und es beginnt sich ein innerer Raum zu öffnen, ein individueller Ruheort an den wir immer und jederzeit zurückkehren können - und Körper und Geist eine Auszeit gönnen können. Die tägliche Meditation von 20 Minuten ist dabei sehr förderlich, um den Zugang zu diesem inneren Raum offenzuhalten und zu erleichtern. Nur dann stellen sich Erfahrungen ein, die unbeschreiblich schön sind und dadurch wiederum die Motivation stärken, um die Meditation zu einer positiven, täglichen Gewohnheit zu machen.

 

Wer unregelmäßig meditiert, wird leider immer wieder erst Gerümpel und Gestrüpp in Form von körperlichen oder mentalen Hindernissen zur Seite räumen müssen, um überhaupt in diesen Raum zu gelangen. Damit macht man sich viel zu viel Mühe - und durch zu viel Mühe verliert man die Lust am Tun und den Sinn.

 

Mühelosigkeit in der Meditation stellt sich nur dann ein, wenn man über einen längeren Zeitraum regelmäßig "am Ball" bleibt. Insofern ist die Meditation vergleichbar mit einem intensiven körperlichen Training wie einem Marathon. Um ins Ziel zu gelangen, muss über einen langen Zeitraum ein Schritt nach dem anderen gemacht werden. Die Meditation ist insofern ein intensives mentales Training, bei dem wir eine Meditationssitzung nach der anderen machen, um dauerhaften geistigen Frieden zu erlangen, frei von Vergangenem und Zukünftigem. In der Meditation richten wir unser geistiges Zuhause in der Gegenwart ein.

 

In einem alten Yoga-Text, zeitlich etwa 300-450 Jahre v. Chr., heißt es dazu:

 

»Eine Übungspraxis wird nur dann Erfolge zeigen, wenn wir sie über einen langen Zeitraum ohne Unterbrechung beibehalten, wenn sie von Vertrauen in den Weg  und von einem Interesse, das aus unserem Innern erwächst, getragen ist."

 

Quelle: Patanjali, Yoga Sutra 1.14. in der Übertragung von T.K.V. Desikachar

 

Und wenn es mir schwerfällt mich auf den Atem zu konzentrieren?

Das wird zu Beginn der Meditation unweigerlich der Fall sein, und ist überhaupt kein Zeichen, dass man nicht meditieren kann oder irgendetwas falsch macht! Jeder, der meditieren will, kann meditieren. Es gibt Methoden, die Sie in meinen Meditations-Workshops und Meditations-Kursen erlernen, und die ermöglichen sich zu fokussieren. Nach und nach wird es gelingen ruhiger zu werden und die Meditation zu genießen. Jeder hat einmal angefangen.

 

Es ist die Natur unseres Geistes in Bewegung zu sein. In der Meditation versuchen wir diese Bewegung zuzulassen, ohne allerdings weiter darauf zu reagieren, darüber nachzudenken oder das Gedachte zu analysieren. Wir nehmen lediglich wahr wie die Gedanken kommen und gehen.

 

Es gibt alte Texte aus dem Yoga, die unseren Geist mit einem betrunkenen Affen vergleichen, der nicht Herr seiner Sinne ist. Er springt wild und unkontrolliert umher und richtet dabei in seiner Nicht-Bewusstheit eine Menge Unheil an.

 

Die Meditation hat zum Ziel diesen sogenannten „Affengeist“ zu zähmen und dadurch zu geistiger Ruhe und Freiheit zu finden.

 

Was Meditation nicht ist

Meditation ist nicht Dösen oder Schlaf, sondern Bewusstheit und Wachheit. Meditation ist kein Zwang oder Druck, sondern ein sanftes und stetiges Hinführen des Geistes sich auf eine einzige Sache auszurichten. Unser Alltagsdenken gleicht in etwa einer 100 Watt Glühbirne mit Streuverlusten. Der meditative Zustand gleicht eher einem Laserstrahl. Der Geist ist in der Gegenwart verankert, fokussiert auf eine Sache und in sich zentriert, ohne Energie zu verschwenden. Daher fühlt man sich nach der Meditation auch oft erfrischt und gestärkt.

 

Wir behandeln uns selbst und unseren Geist dabei liebevoll, so wie ein kleines Kind dessen Aufmerksamkeit ständig abschweift. Wir nehmen es bei der Hand, reden ihm vielleicht beruhigend zu, und führen es zurück zum Objekt der Meditation. Immer wieder, für die gesamte Dauer der Meditation.

 

Durch Meditation entwickelt sich Liebe und Mitgefühl

Wir nehmen die Menschen wahr, mit denen wir uns in einem Raum befinden und versuchen niemanden unnötig zu stören. Wir entwickeln ein Gefühl für uns selbst und die Verbundenheit mit anderen Menschen – zunächst mittels des Atems. Der Atem verbindet alles und jeden miteinander.

 

Sollte es einmal Störgeräusche geben, lassen wir sie vorbeiziehen wie Wolken, genau wie die Gedanken oder Gefühle, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen – und kommen dann zurück zu unserem Atem.

 

Es gibt spezielle Meditationen zur Öffnung des Herzzentrums. Eine der bekanntesten Meditationen hierzu ist die die Meditation der liebenden Güte, bei der wir uns selbst und allen Wesen Liebe und Mitgefühl zukommen lassen.

 

Vorbereitungen für die Meditation

Meditation ist kein Schlaf, aber die Vorbereitungen zum Schlafen oder das Hineinsinken in den Schlaf sind vergleichbar. Wir schaffen günstige Bedingungen, um in den Zustand der Meditation zu gelangen. Meditation lässt sich genauso wenig wie der Schlaf „machen“, sondern sie geschieht von selbst, wenn die Bedingungen dementsprechend günstig sind. Wir „sinken“ in die Meditation, ähnlich wie in den Schlaf, bleiben dabei aber vollkommen wach. Vergleichbar ist das mit einem Bild von einem schneebedeckten Blatt. Wenn der Schnee zu schwer wird, dann rutscht er von selbst herunter. Dieses Bild beschreibt den Prozess des inneren Loslassens, welchen wir durch geeignete Rahmenbedingungen selbst fördern können.

 

Ein fester Platz, der nicht jedes Mal neu eingerichtet werden muss ist ebenso Voraussetzung für die Entwicklung einer regelmäßigen Meditations-Praxis. Die Regelmäßigkeit ist wichtig, um einen beständigen geistigen Frieden zu erlangen und eine bleibende Veränderung zu einem in sich ruhenden Geist zu erlangen.

Sonst fängt man immer wieder bei null an. 

Ein Bett stellt man auch an einen festen Platz und sucht sich nicht jeden Abend eine neue Schlafstätte. Auch für das tägliche Zähneputzen gibt es feste Zeiten und einen festen Platz; nur durch diese äußere Struktur gelingt die mühelose Regelmäßigkeit - und das ein Leben lang. So sollte auch für die Meditation ein fester Platz und eine feste Zeit eingeplant und eingerichtet werden. Dann fällt es zunehmend leichter aus der täglichen Meditation eine gute Gewohnheit zu entwickeln. Der Meditationsplatz sollte selbstverständlich aufgeräumt sein und kann auch geschmückt werden mit einer Blume, einem Bild, oder anderen Dingen, die ein positives Gefühl von Klarheit und Wohlbefinden vermitteln.

 

Es ist hilfreich so viel Ruhe wie möglich zu schaffen, um Ablenkungen zu reduzieren. So sollten möglichst Telefon, Handy und Klingel abgeschaltet sein. Das Licht dimmen, eine gemütliche Decke zum reinkuscheln nehmen kann auch nützlich sein. Wenn wir meditieren sinkt die Körpertemperatur etwas ab, und ein Frösteln verhindert das Zur-Ruhe-Kommen des Geistes.

 

Wie oft und wie lange sollte ich meditieren?

Am Anfang genügen 1-2 x täglich 5-10 Minuten. Wer kann, kann morgens und abends fünf Minuten meditieren. Dann wird die Meditations-Sitzung jede Woche um fünf Minuten verlängert, bis es möglich ist 20-30 Minuten entspannt im Sitzen zu verweilen.

 

Auch zwischendurch tut ein paar Minuten zu meditieren gut: in Bus oder Bahn, auf einer Bank im Park oder bis der Tee gezogen hat...

 

© Claudia Gehricke, Yogalehrerin

 

Stille Meditation: © Claudia Gehricke

"In der Meditation richten wir unser geistiges Zuhause in der Gegenwart ein".

 

Claudia Gehricke, Yogalehrerin